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Ausbildung im saarländischen Raumausstatterhandwerk

Mit dieser Website wollen wir darstellen, wie die Ausbildung im saarländischen Raumausstatter-Handwerk ausgestaltet ist.

Dabei widmen wir uns den Besonderheiten der dualen Berufsausbildung, in der die Vermittlung theoretischer Kenntnisse in der Berufsschule mit der beruflichen Praxis im Betrieb verbunden wird. Da sich inzwischen viele Betriebe spezialisiert haben, wird die betriebliche Praxis durch die überbetrieblichen Lehrgänge in Saarbrücken-Von der Heydt ergänzt. 

Der Vorteil des Standortes Saarbrücken liegt darin, dass in Saarbrücken nicht nur die Berufsschule, sondern auch die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung und auch die Prüfungen stattfinden. Das eingespielte Miteinander bringt große Vorteile für die Lehrlinge. Dies auch vor dem Hintergrund, dass nun auch Betriebe aus dem benachbarten Rheinland-Pfalz ihre Auszubildenden nach Saarbrücken entsenden.

Im Betrieb lernt der Auszubildende die praktischen Grundlagen des Raumausstatter-Berufes. Die praxisorientierte Ausbildung im Betrieb fördert das „learning by doing“. Da Fachkräfte in der Zukunft immer mehr gesucht werden, bestehen gute Aussichten auf eine spätere berufsspezifische Beschäftigung. Da notwendigerweise die Ausbildung im Betrieb von den dortigen Besonderheiten abhängt, wollen wir an dieser Stelle nicht näher auf die betriebliche Ausbildung eingehen, nicht ohne zu betonen, dass diese natürlich den Kern der Raumausstatterlehre ausmacht.

Kontaktdaten

Außenstelle TGBBZ II Saarbrücken, Sekretariat

Studienrätin Anita Hoffmann

Paul-Schmook-Straße 68

66115 Saarbrücken  

Telefon: (0681) 9 48 18-11

Fax: (0681) 9 48 18-22

Ihre Ansprechpartnerin:
Studienrätin Anita Hoffmann

Zunächst zur Berufsschule

Die Auszubildenden im saarländischen Raumausstatterhandwerk werden am Technisch-Gewerblichen Berufsbildungszentrum II Saarbrücken, Paul-Schmoock-Straße 68, 66115 Saarbrücken unterrichtet. Leitziele der Schule sind, alle organisatorischen und sachlichen Voraussetzungen für eine optimale Lehr- und Lernkultur zu schaffen und den Unterricht an die Arbeitswelt und den regionalen Bedürfnissen auszurichten. 

Der Berufsschulunterricht findet einmal wöchentlich statt. Vielerorts sind mittlerweile auf Grund der geringen Schülerzahlen Klassen zusammengefasst worden. An dem Technisch-Gewerblichen Berufsschulzentrum in Saarbrücken  wird in allen drei Ausbildungsjahren unterrichtet. Das bedeutet: Für jedes Ausbildungsjahr ist eine Klasse eingerichtet. Damit ist gewährleistet, dass der Rahmenlehrplan für den berufsbezogenen Unterricht  mit der entsprechenden Ausbildungsordnung auch umgesetzt wird. Da die Rahmenlehrpläne für die Ausbildungsberufe Raumausstatter/Raumausstatterin und Gestalter/in für visuelles Marketing im ersten Lehrjahr übereinstimmen, wird hier gemeinsam unterrichtet. Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr erfolgt eine separate Unterrichtung in den jeweiligen festgelegten Lernfeldern. Das Fach Wirtschafts- und Sozialkunde kommt ergänzend berufsübergreifend hinzu.

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Zur Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung

Lehrwerkstatt
EDV-Schulungsraum

Die ÜLU im Saarland wird in der überbetrieblichen Schreinerlehrwerkstatt in Saarbrücken-Von der Heydt durchgeführt. Dort, wo normalerweise gesägt und gehobelt wird, rattern dann Nähmaschinen und es wird fleißig dekoriert.  Nahe der Autobahn A 1 zwischen Saarbrücken und Riegelsberg befinden sich seit 1974 die Gebäude der Lehrwerkstatt und der Geschäftsstelle auf fast 1.600 Quadratmetern Gebäude-Grundfläche. Der Verband ist auch seit dem Jahr 2004 die Geschäftsstelle der  Innung für Raum und Ausstattung im Saarland mit rund 25 Mitgliedsunternehmen. Diese Kooperation hat sich vielfach bewährt und der Innung für Raum und Ausstattung im Saarland ein weithin anerkanntes Ansehen verschafft. 

Die ÜLU-Lehrgänge werden gefördert mit Mitteln der Wirtschaftsministerien von Bund und Land. Sie werden jedes Jahr gemeinsam für die Auszubildenden im zweiten bzw. dritten Lehrjahr angeboten. Abwechselnd pro Jahr finden die überbetrieblichen Lehrgänge „Moderne Polstertechnik“ (R3/06) mit den Inhalten statt: 

  • Maschinen und Geräte für die Polstertechnik, 
  • Prüfen des Gestells, 
  • Ermittlung des Materialbedarfs für den Aufbau 
  • moderner Polstertechnik unter Einsatz von EDV, 
  • Aufbau von Sitz, Armlehnen und Rücken in aktueller Polstertechnik ausführen
  • Auswahl und Kombination verschiedener Bezugsmaterialien
  • Einteilung und Zuschnitte
  • Beziehen mit Bezugsmaterial und Anbringen von Posamenten und Ziernagelungen

und der überbetriebliche Lehrgang „Montage von Licht-, Sicht und Sonnenschutzanlagen“ (R4/06) mit den Inhalten:

  • Maschinen und Werkzeuge zur Anfertigung und Montage von Fenster- und Raumdekorationen, Licht-, Sicht- und Sonnenschutz
  • Montage von Schienen- und Stangensystemen mit und ohne Zugvorrichtungen
  • Aufmaß von Fensterdekorationen, Licht-, Sicht- und Sonnenschutzanlagen 
  • Anfertigen und Montieren einer kompletten Fensterdekoration nach Skizze
  • Verwendung von handgesteuerten und elektrischen Steuerungen entsprechender Schutzanlagen (Stichwort: Smart Home).

 

 

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Kristina Kalz
Stefan Linke

Eine Besonderheit der ÜLU im Saarland stellt die Vermittlung digitaler Lerninhalte dar. Im EDV-Schulungszentrum des Verbandes lernen die Auszubildenden die Möglichkeiten eines virtuellen Showrooms kennen. Zur Verfügung stehen hier die Module der Firma Anova mit der Software „Ambiente“. Raumsituationen werden mit verschiedenen Herstellerkollektionen gestaltet und Musterdekorationen angelegt. Verantwortliche Referentin ist Kristina Kalz als erfahrene Anwenderin. Die Raumausstattermeisterin zeigt sich auch verantwortlich für die Unterweisung der ÜLU-Lehrgänge. Unterstützt wird sie dabei u.a. von dem erfahrenen Ausbildungsmeister und Landesinnungsmeister Stefan Linke, zugleich Sachverständiger im Raumausstatterhandwerk.

Zu den Prüfungen

Entsprechend den Anforderungen des Rahmenlehrplanes werden in der Schreinerlehrwerkstatt in Saarbrücken-Von der Heydt die Zwischen- und Gesellenprüfungen duchgeführt.

Zwischenprüfung

Anzufertigen ist hier ein Stuhleinlegesitz in Handarbeit (nicht mit Nagelgeräten, sondern mit Kammzwecken bzw. Gurtstiften). Der Sitz ist mit Jutegurten zu bespannen (kein Federkorb), Federleinen, Bombierung, Schaumstoff, Diolenwatte und Bezugsstoff. Die Nägel sind mit einem Textilband abzudecken. Außerdem ist eine Nähprobe anzufertigen: 1 Spanner, fertige Höhe 1,00 m, fertige Breite 1,20 m. Der Spanner ist mit Hohlband zu fertigen und ein Köpfchen von 2 cm ist zu berücksichtigen. 

Arbeitszeit insgesamt 4 Stunden. 

Alle Materialien hierfür sind mitzubringen, insbesondere Holzrahmen, ein entsprechender Store- bzw. Dekostoff und Hohlband. 

Durch ein Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, dass er fachbezogene Probleme und deren Lösungen darstellen und die für die Arbeitsaufgabe relevanten fachlichen Hintergründe aufzeigen kann. 

Die von dem Auszubildenden zu führenden Berichtshefte sind am Termin der Zwischenprüfung mitzubringen. 

Gesellenprüfung

Die Kenntnisprüfung findet statt in der Paul-Schmook-Schule in Saarbrücken statt.

Der Ablauf der Fertigkeitsprüfung gestaltet sich wie folgt:

 

1. Tag Anlieferung, Aufbau, Vorbereitung2 Std.:   08.00 Uhr  bis 10.00 Uhr
Beginn Prüfungsarbeit6 Std.:   10.00 Uhr  bis 17.00 Uhr
2. TagPrüfungsarbeit8 Std.:   08.00 Uhr  bis 17.00 Uhr
3. TagPrüfungsarbeit8 Std.:   08.00 Uhr  bis 17.00 Uhr
4. TagPrüfungsarbeit (mit Fachgespräch)5 Std.:   08.00 Uhr  bis 13.00 Uhr
Bewertung u. Bekanntgabe2 Std.:   13.00 Uhr  bis 15.00 Uhr
Abbau2 Std.:   15.00 Uhr  bis 17.00 Uhr

 

Anzufertigen sind:

1. Eine Arbeitsmappe

2. Die Polsterarbeit   

3. Die Dekorationsarbeit  

4. Die Fußbodenarbeit  

5. Die Tapezierarbeit und Wandbespannung  

 

Die Kojen haben die Maße 101x101x240 cm mit einer Bodenplatte 101x101 cm, es sei denn, es liegt der Schwerpunkt Bodenbelagsarbeiten vor. Dann hat die Bodenplatte der Koje die Maße 1,01 m x 1,80 m.

Die Prüflinge wählen und entwerfen selbst ihre Arbeitsaufgabe, die einen realen Kundenauftrag entsprechen soll. Durch diese Freiheit soll die kreative und fachliche Gestaltungskompetenz der Prüflinge angeregt werden.

 

Die Mindestanforderungen an die Arbeitsaufgabe unabhängig vom Schwerpunkt:

 

POLSTERN

  • Polstern und Beziehen eines Hockers unter Verwendung von Federkern, Faconpolster Weißpolster und Bezugsstoff 
  • der Bezug wird genäht mit einfacher Naht und 4 Böden

 

GARDINEN

  • Anfertigung und Montieren einer Fensterdekoration bestehend aus einem gefütterten Dekoschal einer Fenstergardine (Faltrollo, Store, Flächengardine usw.),  Zuschnitt und Anfertigung müssen in der Prüfung stattfinden
  •  Querdekoration (Bögen, Schabracke – keine Freihanddeko), diese Arbeiten können im Betrieb vorbereitet werden
  •  die Dekoration muss nach den Maßangaben des Vorentwurfs in der Prüfungskoje montiert werden und gemäß dem Entwurf zu bedienen sein.

 

BODENBELAG

  • Gestalten , Einteilen und Verkleben einer Bodenfläche
  • die Fläche besteht aus einer Holzplatte 101cm x 101 cm
  • auf der Fläche muss eine Säule stehen, eine Längsnaht geschnitten werden und an 2  Seiten wird ein Fries angearbeitet
  • die Längsnaht kann als Doppelschnitt, mit Florgassenschneider oder von hinten geschnitten werden, die Naht zum Fries soll ebenfalls auf diese Arten geschnitten werden
  • die beiden Friesstreifen sind mit einer Gehrung zu schneiden
  • die Arbeiten können mit 2 gleichen oder 2 unterschiedlichen Belägen ausgeführt werden d.h.,Teppich – Teppich oder Teppich -  PVC/Linoleum
  • Die Bodenplatte ist mit entsprechenden Abschlussleisten zu arbeiten
  • Die Wandanschlüsse sind mit dem Messer von vorne passend zu schneiden und der Übergang Wand zu Boden ist mit einer  entsprechenden Fußleiste abzudecken
  • PVC Nähte sind ohne thermisches Verfugen zu arbeiten

 

WANDFLÄCHEN

  • Eine Wandfläche ist mit Tapete zu arbeiten,  die Tapete muss ein Muster oder ein Rapport haben,  ein Fries ist an 2 Seiten zu arbeiten und mit einem Gehrungsschnitt zu verbinden.
  • Eine Wand ist mit Wandbespannung zu arbeiten. Die Wandbespannung muss eine Naht aufweisen. In der Fläche oder in der Ecke muss ein imitiertes Fenster oder Sturz eingearbeitet sein.
  • Die Wandbespannung ist mit einem System (ADO oder MHZ) auszuführen

 

Schwerpunktanforderungen

Für die dreijährige Ausbildung wählen die Lehrlinge aus dem breiten Berufsbild des Raumausstatters schon zu Beginn ihren Schwerpunkt gemäß Ausbildungsordnung  aus, der dann auch in der Gesellenprüfung ein besonderes Gewicht erhält. Das führt im Schwerpunktbereich zu höheren Anforderungen an die Prüfungsleistung.

 

POLSTERN

  • Beim Schwerpunkt Polstern ist ein Stuhlsessel mit Rücken und Armlehnen zu fertigen entsprechend des Musters im überbetrieblichen Lehrgang im Sitz mit Federkern und Facon, Armlehnen und Rücken mit Schaum, im Rücken eventuell Knöpfe oder ein Abnäher. 
  • Eine zusätzliche Arbeitsprobe ist zu fertigen. Das könnte z.B. eine Polsterkante sein mit vier Federn oder eine Armlehnpolsterung mit drei Federn.

 

RAUMDEKORATION UND LICHT-, SICHT- UND SONNENSCHUTZ 

  • Eine Dekoration mit einem gefüttertem Schal, einer Fenstergardine  und einem Querbehang ist komplett in der Prüfung zu fertigen.
  • Zusätzlich ist während der Prüfung ein weiteres Teil zu fertigen (Arbeitsprobe): Das könnten sein ein Form-Raffhalter mit andersfarbigem Keder, ein Mittelbogen oder ähnliche Einzelstücke mit Zuschnitt wie eine Nähprobe mit Schrägband oder dem Aufnähen eines Besatzes. Diese Arbeiten werden  entweder in Abstimmung mit der Prüfungsarbeit bestimmt oder während der Prüfung im Losverfahren ausgewählt.

 

BODEN

  • eine Bodenplatte wie bei den Mindestanforderungen jedoch in den Maßen 101cm x 180 cm 
  • es müssen 2 unterschiedliche Beläge verwendet werden Teppich/PVC (kein Laminat oder Fertigparkett)
  • die Übergänge der Beläge müssen entsprechend gearbeitet sein
  • einer der Beläge muss dreiseitig mit Fries gearbeitet werden
  • eine Säule oder eine Bodensteckdose muss in jedem Belag  eingearbeitet sein
  • eine Längsnaht muss in beiden Belagsqualitäten geschnitten werden
  • PVC Nähte sind ohne Thermisches Verfugen zu arbeiten
  • die Übergänge zu den Wänden müssen von vorne geschnitten werden und sind mit entsprechenden Fußleisten abzudecken
  • die offenen Kanten der Platte sind mit entsprechenden  Abschlussleisten zu arbeiten
  • als Arbeitsprobe kann eine dreistufige Treppe verspannt werden oder eine Intarsienarbeit angefertigt werden

Alle diese Arbeiten, außer der Arbeitsmappe, sind in einer Zeit von 27 Stunden zu fertigen. Die Koje ist vorhanden, Polstergestell, Hocker oder Sessel und Federkern werden auf Wunsch gegen Entgelt  zur Verfügung gestellt. Die Entgelte werden vom Vorstand festgelegt und mit der Einladung zur Prüfung festgelegt.

Das Fußbodenbrett, die Werkzeuge und die sonstigen entsprechenden Materialien sind mitzubringen und werden am Tag des Aufbaus kontrolliert und gekennzeichnet. Das Mitbringen von eigenen Nähmaschinen ist nicht erlaubt.

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Prüfungsarbeiten 2016

Raumausstatter als Beruf für creative Geister

Klicken Sie einfach auf diesen Link: www.beroobi.de/berufe/raumausstatter

Das Berufe-Portal www.beroobi.de stellt Schülern und Berufseinsteigern interessante und zukunftsorientierte Ausbildungsberufe vor. So können sich junge Menschen auch über das Raumausstatterhandwerk informieren. Mit Video-Einspielungen lassen sich junge Profis bei ihrem Berufsalltag über die Schulter schauen. Mit Hilfe zahlreicher Interviews, Bilder und Audiokommentare können Interessierte Schritt für Schritt herausfinden, ob der  Beruf Raumausstatter zu ihnen passt. Bei den Filmbeiträgen hat u.a. Raumausstattermeister Willi Hanika aus München mitgewirkt. Unter Beteiligung des ZVR konnten Inhalte abgestimmt und einige Verbesserungsvorschläge eingebracht werden.

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